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gefühlsLOGISCHE Gedanken
von Gerhard F. Schadler

Pessimist – Optimist – Realist

Unser Denkstil beeinflusst die Körperchemie, was von uns als Gefühl wahrgenommen wird. Gefühle wiederum ziehen eine Fülle von Kettenreaktionen nach sich. Sie beeinflussen unser Verhalten, unsere Entscheidungen, unsere persönlichen Kontakte und mehr. Auch unser Körper reagiert. Herzrhythmus, Atemtempo, Muskelspannung und vieles andere verändert sich.

Schwarz-Sehen
Selbst das Auge bleibt von Gefühlen nicht verschont. So zeigt eine Studie der Universität Freiburg, dass ein düsterer Denkstil tatsächlich die Welt in düsteren Farben sehen lässt. Denn die Netzhaut trüb gestimmter Menschen reagiert deutlich schwächer auf Schwarz-Weiß-Kontraste als die Netzhaut ausgeglichener Menschen. Diese messbare Veränderung der Sehfunktion lässt Farben stumpf und so die Welt von „Schwarz-Sehern“ in einem tristen Nebel erscheinen. So liegt das persönliche Erleben buchstäblich im Auge des Betrachters:

Der kraftlose Pessimist

Der typische Pessimist richtet seinen Fokus ständig auf das Schlechte, findet zu jeder Lösung sofort das passende Problem und rechnet immer mit dem Schlimmsten. Er verbannt sich damit einerseits in eine Welt, die mit den trübsten Farben gezeichnet ist. Andererseits macht es ihm sein Denkstil schwer, die Motivation für nötige, sinnvolle Veränderungen aufzubringen.

Der rosarote Optimist

Auch Optimismus kann schaden – und zwar dann, wenn er als „rosarote Schönfärberei“ praktiziert wird. Wird die Realität verleugnet und die Welt schöner gesehen, als sie tatsächlich ist, führt auch dies oftmals dazu, dass nötige Veränderungen nicht in Angriff genommen werden – gibt es doch keinen erkennbaren Grund für eine Veränderung, was langfristig mit einem bösen Erwachen enden kann.

Der hoffnungsvolle Realist

Eine alltagstaugliche Alternative stellt der „hoffnungsvolle Realist“ dar. Dieser lässt sich gut am Beispiel des hochdekorierten US-Offiziers James Stockdale beschreiben. Stockdale saß acht Jahre lang als Kriegsgefangener in Vietnam in Einzelhaft – und überlebte trotz Folter und schier unermesslicher Schikanen – als „hoffnungsvoller Realist“. Die meisten seiner optimistischen Kameraden hingegen starben, obwohl sie sich immer wieder einzureden versuchten, dass sie innerhalb weniger Monate frei sein würden. Sie verleugneten die Tatsachen, wurden dadurch immer wieder enttäuscht, verloren immer mehr ihre Zuversicht und resignierten so im Laufe der Zeit. Diese zermürbende Erfahrung und der damit verbundene Stress machten sie immer energieloser, sodass sie letztendlich nicht durchhalten konnten. Stockdale hingegen behielt einerseits die Realität im Auge. Andererseits verlor er nie den Glauben an ein gutes Ende – was ihn trotz der schlimmen Erfahrungen durchhalten ließ.

Bedenken Sie, dass Sie Wahlfreiheit haben und nur Sie entscheiden, welche Art zu Denken Sie wählen. Ihr Denkstil ist immer Ihre Wahl.

Wählen Sie weise, wünscht Ihnen
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