gefühlsLOGISCHE Gedanken
von Gerhard F. Schadler

Business & Gefühle
Meine Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Immer mehr europäische Unternehmen beginnen zu erkennen, dass jene Menschen, die mit ihrer Arbeitskraft den Betrieb am Laufen halten, auch Gefühle haben auf die geachtet werden sollte. Bestimmen Gefühle doch wesentlich den Unternehmenserfolg mit.
Wer sich bei der Arbeit wohl fühlt, verhält sich anders als jene, die sich nur wegen des Geldes auf ihrem Arbeitsplatz abmühen. MitarbeiterInnen, die sich wohl in ihrem Umfeld fühlen, sind engagierter, aktiver, freundlicher (auch gegenüber KundInnen und damit serviceorientierter) und werden kaum mit fadenscheinigen Begründungen in Krankenstand gehen, sondern diesen nur dann in Anspruch nehmen, wenn es tatsächlich nötig ist.
Doch nicht nur das Verhalten von MitarbeiterInnen und Führungskräften wird von Gefühlen bestimmt. Gefühle ziehen noch weiterer Kettenreaktionen nach sich. Unaufhaltsam und kaum bemerkt beeinflussen sie
- die Kommunikation,
- das Treffen von Entscheidungen,
- das Denk- und Handlungsvermögen,
- das Leistungsvermögen,
- die Wirkung auf andere (und damit auch das Kaufverhalten von KundInnen),
- die Gesundheit (und damit die Anzahl der Krankenstandstage),
- die Kreativität und die Konzentration,
- den Umgang mit Veränderungen,
- den Teamspirit
- und vieles mehr, was die Ergebnisse beeinflusst.
So hat die Stimmungslage realen Einfluss auf die Kennzahlen eines jeden Unternehmens.
Stimmung prägt Ergebnisse
Bereits 2005, 2012 und 2013 konnten wissenschaftliche Studien die Wichtigkeit der Stimmungslage in Unternehmen belegen:
- 2005 – B. Fredrickson und M. Losada weisen nach, dass in Unternehmen mit gutem Betriebsklima sowohl Arbeitsfreude und Leistungswille als auch die Produktionsergebnisse deutlich besser ausfallen.
- 2012 – Das Gallup-Institut stellt bei einer Befragung von Unternehmen in 34 Ländern fest, dass bei guter Stimmungslage die Produktivität um 21% und die Rentabilität um 22% erhöht ist. Gleichzeitig sind die Fehlzeiten um 37% und die Qualitätsmängel um 41% niedriger, als bei schlechtem Klima.
- 2013 – Eine Forschergruppe um Daniela Lohaus (TU Darmstadt) geht der Frage nach, welche Eigenschaften einen Arbeitgeber besonders attraktiv machen. An erster Stelle wird von DienstnehmerInnen ein wertschätzend geprägtes Betriebsklima genannt. Der Stellenwert des Gehaltes wird hingegen erst an 7. Stelle gereiht.
Nur ein leistungsstarkes Team, das sich im beruflichen Umfeld wohl fühlt, wir jenes Engagement zeigen, das nötig ist, damit sich ein Unternehmen im modernen Wettbewerb behaupten kann. Innerer Druck, übermäßiger Stress, Unwohlsein und Unzufriedenheit hingegen führen zu Leistungsminderung und damit langfristig zu geringerem Unternehmenserfolg.
Aussagen wie „MitarbeiterInnen sind das größte Kapital des Unternehmens“ sollten von einer leeren Floskel immer mehr zu einem ernst gemeinten Statement werden. Zukunftsorientierte Unternehmen tun deshalb gut daran, auch die Gefühle ihrer Belegschaft in das unternehmerische Denken und Handeln miteinzubeziehen – empfiehlt
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