gefühlsLOGISCHE Gedanken
von Gerhard F. Schadler

Glückspilz oder Pechvogel?
Der venezianische Abenteurer Giacomo Casanova pflegte zu sagen: „So ist alles auf der Welt einfach oder schwierig. Je nach der Art, die Dinge zu betrachten.“ Dies entspricht auch meinen eigenen Forschungen. Aber auch den Erkenntnissen der modernen Glücksforschung, wo seit mehreren Jahrzehnten Daten minutiös ausgewertet werden, um dem Glück auf die Spur zu kommen. Einer dieser Wissenschaftler ist der britische Psychologe Richard Wiseman, der an der Universität Herfordshire lehrt. Er hat sich u.a. die Frage gestellt, was den Unterschied zwischen „Pechvögeln“ und „geborenen Glückspilzen“ macht.
Schicksal?
Die eindeutigen Ergebnisse seiner Studie: Das „Schicksal“ bevorzugt weder die einen, noch benachteiligt es die anderen. Glück ist vielmehr die Fähigkeit, diesen Zustand selbst herzustellen. So schaffen es „Glückspilze“, wenn etwas schief läuft, schnell ihre Niedergeschlagenheit abzulegen und sich auf anderes zu konzentrieren. Die „Pechvögel“ hingegen suhlen sich ewig lange in ihrem „Pech“ – und halten damit ihre destruktive Stimmungslage aufrecht, was ihre Handlungsfähigkeit blockiert und sie daran hindert, an ihrem „Schicksal“ etwas zu ändern.
Der Schlüssel zum Glück
Es ist durchaus menschlich, kurzfristig destruktive, äußerst unangenehme Gefühle zu haben. Es ist auch nicht nötig, ständig gut drauf zu sein. Es hat jedoch dramatische Auswirkungen, wenn diese Gefühle beginnen, langfristig das Verhalten zu steuern. Deshalb sind sich Wissenschaftler auch einig: Je besser die Bewältigungsstrategien des einzelnen sind, um mit schwierigen Situationen umzugehen, desto größer ist deren Chance auf individuelles Glück. Zukunftsforscher Mathias Horx erklärte dazu in einem Interview: „Gelassenheit ist die beste Waffe gegen eine Krise!“
Krise & Co.
Angst, Frustration und Ohnmacht sind hingegen kaum geeignet, um dem realen Leben wirkungsvoll zu begegnen. Wenn unangenehme Veränderungen auf uns zukommen, ist der Umgang damit leichter, wenn uns unsere eigenen Ressourcen zur Verfügung stehen. Doch das tun sie nur, wenn nicht düstere Gedanken die eigenen Kräfte blockieren – wie Casanovas weiser Spruch oben bereits bemerkte.
Eine geglückte Zeit wünscht
Der GefühlsLOGIKER